Trotz Corona: Hohes Vertrauen in Busse und Bahnen

Trotz Corona: Hohes Vertrauen in Busse und Bahnen

Wege aus der Krise

Vor dem Hintergrund der zweiten Pandemiewelle will die Bus- und Bahnbranche konsequent Kurs halten. Sorgfalt im Umgang mit der Pandemie einerseits, Klimaschutz und Mobilitätswende andererseits bestimmen die Fahrtrichtung.

Gute Noten von der Kundschaft, vor allem von den Stammkunden: Das dokumentiert eine repräsentative Befragung unter tausend Fahrgästen des ÖPNV, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut nhi² AG auf einem Webinar der Fachzeitschrift „NaNa” (Nahverkehrs-Nachrichten) präsentierte. Die Aussage: Wer schon vor der Pandemie sehr zufrieden mit Bus und Bahn war, fühlt sich mitten in den Coronazeiten mehr als doppelt so häufig „sehr sicher” – im Vergleich zu jenen Menschen, die dem ÖPNV skeptischer gegenüberstehen, ergab die Umfrage des Bonner Marktforschungsinstitutes.

Immerhin rund zwei Drittel der Stammkunden nutzen demnach Bus und Bahn derzeit genauso wie vor der Pandemie. „Das Image leidet, aber die Lage ist nicht hoffnungslos”, folgerte nhi²-Vorstand Farid Gambar in der virtuellen Konferenz.

Keine erhöhte Infektionsgefahr im ÖPNV

„Das Vertrauen in den ÖPNV ist geglückt, wir konnten unsere Kunden überzeugen”, stellte auch Martin Schmitz, Geschäftsführer Technik des VDV, in dem Webinar mit dem Thema „ÖPNV in der Pandemie: Wege aus der Vertrauensfalle“ fest. Allerdings werde es wohl zwei Jahre dauern, bis man an die Fahrgast-Rekorde vor Corona anknüpfen könne.

Zwar hätten Abo-Kunden überwiegend trotz Arbeit im Home-Office ihre Tickets behalten, doch der Barverkauf von Einzeltickets sei drastisch zurückgegangen. Für die nächsten Monate entscheidend sei: National wie international habe sich gezeigt, dass das Infektionsrisiko im ÖPNV sowohl für Fahrgäste als auch das Personal nicht erhöht sei. „Wenn man eine Maske trägt und leise spricht, ist die Gefahr gering.”

Innovationen aus der Wirtschaft

Mehr Infektionsschutz beschäftigt auch die Wirtschaft und führte bereits zu innovativen Angeboten, auf die viele Verkehrsunternehmen neben grundlegenden Maßnahmen wie der verstärkten Reinigung, dem Einsatz von Klimaanlagen, dem regelmäßigen Lüften durch automatische Türöffnungen an jeder Haltestelle oder dem Aufstellen von Desinfektionsmittelspender im Rahmen ihrer Corona-Sicherheitsvorkehrungen zurückgegriffen haben. Zu solchen Maßnahmen gehören zum Beispiel:

Trennscheiben in Bussen

Um den Fahrgästen den Vordereinstieg und den Ticketkauf im Bus zu ermöglichen, rüsten vielerorts Verkehrsunternehmen ihre Fahrzeuge um – sowohl zum Schutz der Busfahrer und -fahrerinnen als auch der Fahrgäste.

Desinfektion via Oberflächenbeschichtungen

Da es sich im ÖPNV nicht vermeiden lässt, Kontaktoberflächen, zu denen etwa Haltestangen oder -schlaufen gehören, anzufassen, sind Verkehrsunternehmen darauf bedacht, diese nahezu klinisch rein zu halten – dies erfolgt unter anderem mit Oberflächenbeschichtungen.

Desinfektion via UV-Licht

Zur Oberflächendesinfektion innerhalb ihrer Fahrzeuge und Haltestationen kommt in einigen Verkehrsunternehmen auch UV-Licht zu Einsatz. Die Methode wird auch bereits bei der Reinigung von Krankenhäusern oder Laboren verwendet.

Desinfektion via Wasserstoffperoxid

Zum Infektionsschutz nutzen Verkehrsunternehmen mitunter auch Wasserstoffperoxid. In schwebefähigen Micro-Aerosolen wird das Mittel gleichmäßig im gesamten Fahrzeug verteilt. Es dringt selbst in kleinste Spalten und Zwischenräume.

Kontaktloses Ticketing

Mit der Coronakrise hat die Entwicklung zum digitalen Fahrticket an Fahrt gewonnen. Immer mehr Verkehrsunternehmen ermöglichen ihren Fahrgästen das kontaktlose Ticketing.

Digitaler Halteknopf

Damit Fahrgäste nicht den Halteknopf drücken müssen, haben einige Verkehrsunternehmen diesen Schritt digitalisiert und ermöglichen mittlerweile den Haltewunsch über ihre App.

Sicherheits- und Hygienemaßnahmen

Welche weiteren Hygienemaßnahmen Verkehrsunternehmen ergriffen haben, ist in unserem Hygiene ABC nachzulesen. Dort wird auch ersichtlich, dass im Nahverkehr beide Seiten mit ihrem Verhalten die Sicherheit in den Fahrzeugen erhöhen können: Unternehmen und Fahrgäste. Dadurch geht es gemeinsam #BesserWeiter.