Statistiken belegen große Sicherheit im ÖPNV

Statistiken belegen große Sicherheit im ÖPNV

Kein höheres Ansteckungsrisiko in Bus und Bahn

Manche Menschen haben eine diffuse Sorge, wenn es um das Ansteckungsrisiko in Bus und Bahn geht. Ist es in Coronazeiten nicht besser, mit dem Auto zu fahren? Sicher sind da nur die objektiven Zahlen. Danach ist das Infektionsrisiko im ÖPNV nicht höher als im sonstigen öffentlichen Raum. Das Risiko eines schweren Unfalls allerdings ist deutlich geringer als im eigenen Pkw. Hier ein Überblick zu Zahlen und Erhebungen.

„Die Bahn ist nach wie vor das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel auf dem Boden in Deutschland,“ heißt es in einem Bericht der Statista GmbH vom 5. August 2020. In der Online-Datenbank finden sich Zahlen zu den Eisenbahnunfällen mit Personenschaden in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2018. Danach verstarben 2018 im deutschen Schienenverkehr insgesamt fünf Fahrgäste aus unterschiedlichsten Gründen. Eine ausführliche Betrachtung findet sich beim Statistischen Bundesamt.

Die Zahlen relativieren sich weiter, wenn man sie mit den Todesfällen im Straßenverkehr vergleicht, die laut Destatis um ein Vielfaches höher sind. Statistische Erhebungen zeigen zudem: Mehr als die Hälfte aller Unfälle im deutschen Straßenverkehr werden durch Personenkraftwagen verursacht. Wer also mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, trifft unter Sicherheitsaspekten eine kluge Entscheidung.

Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel in Europa

Der Verkehrsmittelvergleich über zehn Jahre macht deutlich: Die Bahn ist so sicher wie kein anderes Verkehrsmittel. Im Erhebungszeitraum 2009 bis 2018 wurden durchschnittlich nur 0,04 Reisende pro einer Milliarde Personenkilometer bei Eisenbahnunfällen getötet und 1,86 bei Autounfällen.

Vergleichende Statistik zu Todesfällen im Verkehr.
Die Unfallzahlen von Bahn, Bus und Auto im Vergleich.

Das in den Vorjahren erreichte hohe Sicherheitsniveau im deutschen Eisenbahnverkehr war auch 2019 gegeben, wie die Sicherheitsbilanz des Eisenbahnbundesamts zeigt. Im vergangenen Jahr gab es keine Eisenbahnunfälle, bei denen Fahrgäste verstarben.

Die Allianz pro Schiene hat nachgerechnet: Im Zehnjahreszeitraum 2009 bis 2018 starben in Autos fast 47-mal so viele Menschen pro Passagierkilometer wie in Zügen. Deutlich höher ist auch das Verletzungsrisiko. Pro Kilometer verletzen sich in Deutschland Reisende im Pkw 137-mal öfter als im Zug. Der Sicherheitsvorsprung der Schiene zeigt sich auch im EU-Vergleich sehr klar. In allen EU-Ländern sind Reisende sicherer unterwegs, wenn sie den Zug anstelle des Autos wählen.

Auch Straßenbahnen und Busse sind sicherer als Pkw

Straßenbahnen sowie Linien- und Reisebusse schneiden im Vergleich der Unfallzahlen ebenfalls deutlich besser ab als der Privatwagen. Bei den kommunalen Straßenbahnen verzeichnet die Statistik im Jahr 2018 genau 34 Todesfälle, darunter 2 Fahrgäste. Für den Verkehr mit Linien- und Reisebussen weist das Statistische Bundesamt neun Todesfälle aus.

Die vergleichsweise geringen Unfallrisiken im Busverkehr werden durch die Erhebungen der Allianz pro Schiene bestätigt: Danach ist das Risiko eines tödlichen Unfalls mit dem Pkw zehnmal größer als mit dem Bus.

Auch nach dem TÜV-Report 2020 gehören Busse zu den sicheren Verkehrsmitteln in Deutschland. Mit einem Anteil von 75,4 Prozent ist die große Mehrheit der Fahrzeuge „ohne Mängel“ unterwegs. Bei den geprüften Autos waren nur 68,8 Prozent mängelfrei.

Die Unfallzahlen von Bahn, Bus und Auto im Vergleich

Das WDR-Magazin Quarks & Co. hat die Unfallzahlen von Bus-, Bahn- und Autofahrten in Bezug zueinander gesetzt und folgende Rechnung aufgestellt: Wenn die 80 Millionen Einwohner in Deutschland eine Strecke von etwa 1.250 Kilometern  –  zum Beispiel von Berlin nach Stuttgart und wieder zurück – mit dem Zug zurücklegen würden, sterben statistisch gesehen drei Passagiere bei einem Zugunfall. Wenn diese 80 Millionen dieselbe Strecke stattdessen mit dem Bus fahren, würden laut Quarks & Co. 17,5 davon in einem Unfall sterben. Mit dem Auto wären es 162,9. Auch dieser Vergleich belegt den Sicherheitsvorsprung öffentlicher Verkehrsmittel.

Sicherheit und Infektionsrisiko im ÖPNV

Mit Blick auf das Unfallrisiko schneidet der öffentliche Verkehr insgesamt deutlich besser ab als der Individualverkehr. Wie aber steht es um das Risiko einer Coronainfektion in Bussen und Bahnen? Die Hygienemaßnahmen der Verkehrsunternehmen reduzieren in Kombination mit der Maskenpflicht das Infektionsrisiko in den Fahrzeugen. So kommt man im TÜV-Report 2020 zu folgendem Schluss: „Der Bus ist auch in Coronazeiten ein sicheres Verkehrsmittel.“

Mit einer Corona-Studie bei der Deutschen Bahn liefert die Charité Research Organisation Zahlen und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in Zügen. Das Ergebnis: Zugfahren ist sicher.

Die Erhebungen des Robert-Koch-Instituts und der deutschen Gesundheitsämter weisen für den ÖPNV kein höheres Infektionsrisiko aus als für jeden anderen öffentlichen Ort. Über die aktuellen Erkenntnisse informieren wir in unserem Wissenschaftsticker.