Corona-Studie: Züge sind sicher, kein erhöhtes Risiko

Corona-Studie: Züge sind sicher, kein erhöhtes Risiko

Charité-Untersuchung bei der DB testet 1.000 Beschäftigte

Mit einer Corona-Studie bei der Deutschen Bahn liefert die Charité Research Organisation wissenschaftliche Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in Zügen. Das Ergebnis: "Zugfahren ist sicher", so DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber.

Züge sind keine Corona-Hotspots. Es gibt kein erhöhtes Infektionsrisiko in den Zügen:  Zu diesem Resultat kommt die Charité Research Organisation in einer Untersuchung, die sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Deutschen Bahn durchgeführt hat.

Über 1.000 DB-Mitarbeiter getestet

Die über mehrere Monate angelegte Studie startete Ende Juni mit der ersten Testphase. 600 Zugbegleiter, über 200 Lokführer und mehr als 200 Instandhaltungstechniker im Fernverkehr der DB wurden untersucht – und zwar mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gefährdung von Mitarbeitern und Reisenden durch Covid-19 zu gewinnen.

Die DB-Beschäftigten wurden einem PCR-Test von Nasen- und Rachenabstrich sowie einem Antikörpertest unterzogen. So konnten Aussagen sowohl über den akuten Infektionsstatus getroffen werden als auch darüber, ob bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Corona-Infektion vorlag. Besonderes Augenmerk lag darauf, wie und ob sich die Ergebnisse der Zugbegleiter mit hohem Kundenkontakt von den Ergebnissen anderer Mitarbeiter ohne Kundenkontakt unterscheiden.

Kein erhöhtes Infektionsrisiko für Zugbegleiter

Nach der ersten Testphase kommen die Wissenschaftler der Charité Research Organisation zu dem Ergebnis, dass es in Zügen keine erhöhte Ansteckungsgefahr für DB Mitarbeiter gibt. Bei 1.072 auswertbaren PCR-Tests wurde lediglich ein Werksmitarbeiter positiv getestet.

Darüber hinaus hatten 1,3 Prozent der Zugbegleiter Antikörper im Blut und damit schon einmal eine Corona-Infektion – ob aus dem privaten Umfeld oder beim Dienst. Bei Mitarbeitern ohne Kundenkontakt waren es 2,7 Prozent. Das bedeutet: Der Anteil der Zugbegleiter mit nachgewiesenen Covid-19-Antikörpern war in der untersuchten Stichprobe im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen geringer. Bahnfahren ist sicher, für Reisende, wie für das Personal.

DB-Personalvorstand Martin Seiler erklärt hierzu: „Wir haben jetzt erste wissenschaftliche Erkenntnisse in Deutschland zum Corona-Geschehen in Zügen. Für uns als Arbeitgeber ist wichtig: Unsere Mitarbeitenden an Bord sind keinem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken. Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen, dass unser Schutz- und Hygienekonzept greift.“ 

DB Zugbegleiter am Gleis
Die Studie der Charité-Tochter zeigt: Zugbegleiter sind in ihrem Job keinem erhöhten Infektionsrisiko mit dem Coronavirus ausgesetzt. © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Züge sind kein Corona-Gefahrenherd

Das Ergebnis der Untersuchung gibt auch Hinweise auf das allgemeine Infektionsrisiko in Bahnen. Denn im Vergleich zu Reisenden haben Zugbegleiter für gewöhnlich eine signifikant längere Aufenthaltsdauer. DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber merkt an: „Wir müssen weiter achtsam sein, aber es gibt keinen Grund zur Sorge vor Bahnreisen. Zugfahren ist sicher und die Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die Bund, Länder und wir als DB in Summe gemeinsam ergriffen haben, wirken.“

Weitere Testphasen folgen

Noch ist die Studie der Charité-Tochter in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn nicht abgeschlossen. Eine weitere Testphase ist im Oktober vorgesehen, eine dritte im Februar 2021. Auf diese Weise wird auch das weitere Infektionsgeschehen in den Studienergebnissen berücksichtigt.

Das Resultat der ersten Testphase reiht sich in weitere internationale Untersuchungen ein. Diese zeigen vor allem eins: Der öffentliche Verkehr ist sicherer, als viele Menschen denken.