Busse und Bahnen sind nach wie vor keine Hotspots

Busse und Bahnen sind nach wie vor keine Hotspots

Berufspendler*innen fahren gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die zweite Welle der Corona-Pandemie beschäftigt uns weiterhin. Bund und Länder diskutieren zurzeit über weitere Verschärfungen der Kontaktbeschränkungen. Dabei stehen auch die öffentlichen Verkehrsmittel im Fokus. Wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass es kein erhöhtes Infektionsrisiko im ÖPNV gibt. Berufspendler*innen und Schüler*innen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, fahren weiterhin gut damit.

Die Verkehrsunternehmen und ihr Branchenverband VDV sehen die Sorgen der Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus. In den Monaten nach der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr haben sie deshalb umfangreiche zusätzliche Investitionen in Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen getätigt: damit ihre Fahrgäste und ihre Mitarbeiter/innen so sicher wie möglich unterwegs sind. Dass Busse und Bahnen keine Corona-Hotspots sind, belegen inzwischen weltweit verschiedene wissenschaftliche Studien.

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Busse und Bahnen sind nach wie vor keine Corona-Hotspots. Es geht aktuell generell um die Vermeidung von Kontakten.
Portrait von Oliver Wolff.

Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)

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Aus wissenschaftlicher Sicht gehen Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln kein erhöhtes Ansteckungsrisiko ein. Aus Fahrgastsicht ist wichtig, dass die Vorsichtsregeln wie Maskentragen und ein Luftaustausch durch das regelmäßige Öffnen der Türen und Fenster oder Klimaanlagen konsequent eingehalten werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass dies bisher gut funktioniert.
Portrait von Karl-Peter Naumann.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn

Warnungen vor dem ÖPNV sind wissenschaftlich nicht haltbar

Dennoch geraten die öffentlichen Verkehrsmittel immer wieder in den Fokus, wenn es um eine Verschärfung von Kontaktbeschränkungen geht. So auch bei den jüngsten Beratungen von Bund und Ländern. Die Branche unterstützt die Corona-Maßnahmen, warnt allerdings davor, unnötige Ängste vor den öffentlichen Verkehrsmitteln zu schüren. Denn gerade Berufspendler sind auf Busse und Bahnen angewiesen.

Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) stellt klar: „Bei den Beschlüssen der Regierungschefs geht es nicht um die Frage, wo eine erhöhte Ansteckungsgefahr droht. Es geht darum, dass vor allem während des Lockdowns vermeidbare Kontakte soweit wie möglich unterlassen werden, um die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen. Das bedeutet folgerichtig, dass auch im ÖPNV in dieser Zeit – unabhängig vom grundsätzlich sehr niedrigen Risiko einer Ansteckung – Kontakte zum Beispiel durch nicht notwendige Freizeitfahrten vermieden werden sollten: Das, was für Gastronomie, Museen oder private Treffen gilt, gilt ebenso für den ÖPNV. In diesem Zusammenhang sei nochmal darauf verwiesen, dass die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen grundsätzlich sehr gering ist, wie diverse nationale und internationale Studien bestätigen. Die Maskenpflicht, das permanente Lüften durch Türöffnungen und Klimaanlagen, die relativ kurzen Aufenthaltszeiten in den Fahrzeugen und die Tatsache, dass die Fahrgäste wenig sprechen tragen dazu bei, dass im ÖPNV ein sehr geringes Risiko besteht sich zu infizieren. Alle Fahrgäste, die auch während des Lockdowns auf den Nahverkehr angewiesen sind, können diesen ohne weiteres nutzen.“

Bundesverkehrsminister unterstützt Vertrauenskampagne des ÖPNV

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen stellen deshalb auch in Pandemiezeiten ein verlässliches Mobilitätsangebot bereit, obwohl sie für das Jahr 2021 Umsatzausfälle in Milliardenhöhe erwarten. Nicht zuletzt hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wiederholt betont, dass das Vertrauen der Menschen in die öffentlichen Verkehrsmittel weiter gestärkt werden müsse. „Wir sind auf dem richtigen Weg – zum Beispiel mit der konsequenten Durchsetzung der Maskenpflicht in Zügen und Bussen, sowie der bundesweiten #BesserWeiter-Kampagne zur Stärkung des Vertrauens in den öffentlichen Nahverkehr“, sagte Scheuer noch Anfang November mit Blick auf ein aktuelles Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats zur Verkehrspolitik nach der Corona-Krise. Auch die Verkehrsminster*innen der Länder, Städte und Kommunen unterstützen die Kampagne.