Warum Masken so wichtig sind

Warum Masken so wichtig sind

Zur Wirkung von Masken

Seit dem 27. April herrscht im öffentlichen Nahverkehr Maskenpflicht. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Bussen und Bahnen ist zwar für uns alle nicht immer angenehm, nichtsdestotrotz notwendig. Warum genau, erklären wir euch hier.

Alles eine Frage der Gewohnheit: Laut einer Erhebung vom ARD „DeutschlandTrend“ haben sich 79 Prozent der Bundesbürger und -bürgerinnen an das Tragen einer Maske gewöhnt. 19 Prozent fällt das Tragen schwer. Einige Menschen weigern sich sogar, Maske zu tragen – aus Gründen der Bequemlichkeit oder des Protests. Dabei ist die Maske in Coronazeiten wichtig – und ihr Tragen ein Zeichen von Solidarität. Aber von vorne …

Was bringen Masken?

Mit dem Tragen einer Maske kann das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus reduziert werden. Die Relevanz des Mund-Nasen-Schutzes hat gleich mehrere Gründe. Hier ein Überblick:

Masken halten Tröpfchen und Aerosole in Schach

Covid-19 wird von Mensch zu Mensch in erster Linie über die Tröpfcheninfektion und Aerosole übertragen. Das Ansteckungsrisiko lässt sich durch Abstandhalten verringern. Es gibt allerdings Orte, an denen Menschen keinen Abstand einhalten können. Dazu gehören auch Busse und Bahnen. Hier greifen Masken als zusätzliches Hilfsmittel.

Umso wichtiger ist es also, die Maskenpflicht einzuhalten. Auf diese Weise werden Tröpfchen und Aerosole, die beim Sprechen, Atmen, Niesen oder Husten austreten können, abgehalten und reduziert.

Masken senken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus

Masken minimieren den Austritt von Aerosolen und Tröpfchen und dämmen so die Ausbreitung des Coronavirus ein. Die Wirkung von Masken – auch von DIY-Exemplaren – ist durch diverse Studien belegt.

Masken sind in der Lage, Infektionen zu reduzieren und Infektionskurven abflachen zu lassen – genau das zeigt eine Untersuchung von Forschern aus Mainz, Darmstadt, Kassel und dem dänischen Sønderborg. Die Wissenschaftler haben den Infektionsverlauf von Jena mit anderen Städten verglichen, die eine ähnliche Bevölkerungsdichte und eine ähnliche medizinische Infrastruktur haben.

Hintergrund: Jena hatte bereits am 6. April eine Maskenpflicht beschlossen, also viel früher als andere Kommunen. Bereits am 30. März wurde mit der Kampagne „Jena zeigt Maske“ aktiv geworben. Die Folge: Die Maskenpflicht sorgte dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückging. Die Wissenschaftler kommen zu folgendem Ergebnis: „Zusammenfassend hat die Einführung der Maskenpflicht in den jeweiligen Kreisen zu einer Verlangsamung der Covid-19 Entwicklung beigetragen. Der Befund steht gut mit der Einschätzung von Epidemiologen und Virologen im Einklang, dass der Mund-Nase-Schutz den Luftstrom beim Sprechen vermindert und dadurch die Übertragung infektiöser Partikel eingedämmt wird.“

Dass das Tragen von Masken Infektionen und auch Tote verhindern kann, zeigt die Prognose der Forschungseinrichtung Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Washington. Das Institut schätzt den weltweiten Verlauf der Pandemie und prognostiziert, dass in Deutschland bis zum 1. Dezember 20.456 Menschen an dem Coronavirus sterben würden, wenn es keinerlei Maßnahmen mehr gäbe. Im Vergleich dazu: Mit der Maskenpflicht gäbe es 11.217 Corona-Tote, also etwa die Hälfte weniger.

Bereits vor Coronazeiten ergab eine britische Studie aus dem Jahr 2013, dass selbstgemachte Masken zwar das Infektionsrisiko nicht ganz nehmen, die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung aber verringern können. Das Ergebnis: Eine DIY-Maske ist besser als gar kein Schutz, sollte aber mit anderen Maßnahmen kombiniert werden. Dazu gehören das Abstandhalten aber auch Hygieneregeln, wie das gründliche Händewaschen oder das Einhalten der Nies- und Hust-Etiquette.

Was selbstgenähte Masken angeht, haben verschiedene Materialien eine unterschiedliche Filterfähigkeit. Welche Stoffe sich für DIY-Masken gut eignen, hat eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts gezeigt. Wissenschaftler fanden im Rahmen dessen heraus, dass bereits einfache Haushaltsmaterialien in der Lage sind, infektiöse Partikel und Tröpfchen abzuhalten.

Masken wirken mit und ohne Symptome

Husten, Fieber, Schnupfen – das sind typische Symptome, die durch das Coronavirus hervorgerufen werden. Zu bedenken ist laut Robert-Koch-Institut allerdings, dass Menschen das Virus auch ohne jegliche Symptome in sich tragen können. Eine Ansteckung ist zu diesem Zeitpunkt bereits möglich. Erschwerend kommt hinzu, dass es Krankheitsverläufe gibt, die symptomlos bleiben. Sicherheit gibt nur ein Test. Dieser stellt allerdings auch nur eine Momentaufnahme dar.

Die Maskenpflicht ist sinnvoll. Denn sie verringert den Austritt von Tröpfchen und Aerosole eines unwissentlich Infizierten und kann so Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen. Übrigens: Sobald Corona-typische Symptome auftreten, sollten Betroffene unbedingt, mit einem Arzt in Verbindung treten und sich testen lassen.

Fazit: Masken helfen!

Angesichts dieser zahlreichen Studien ist es nicht verwunderlich, dass die Maskenpflicht eingeführt wurde und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes von Institutionen wie dem Robert-Koch-Institut oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfohlen wird. Auch renommierte Virologen wie Christian Drosten oder Alexander Kekulé legen das Maskentragen nahe.

Das Maskentragen schützt aber in erster Linie die Mitmenschen – und nur eingeschränkt den Träger. Wenn aber alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen, dann sind auch alle besser geschützt. Folglich kommt es dieser Tage vor allem auf eines an: Solidarität.