Maske tragen im Sommer: Was ist zu beachten?

Maske tragen im Sommer: Was ist zu beachten?

Tipps für heiße Tage

Maske tragen – das ist auch bei hohen Temperaturen im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend. Welche Masken dann gut geeignet sind und was ihr im Umgang mit der Maske sonst noch beachten müsst, erklären wir euch hier.

Die Maske gehört zum Alltag dazu. Im öffentlichen Nahverkehr ist sie Pflicht – und das ist gut so. Denn das Coronavirus kann schon beim Ausatmen und Sprechen via Tröpfcheninfektion übertragen werden. Eine Bedeckung von Mund und Nase dient als mechanische Barriere und reduziert laut Robert-Koch-Institut das Ansteckungsrisiko.

Mit steigenden Temperaturen kann es allerdings recht warm unter der Maske werden. Dann gilt es, einige Punkte zu beachten. Doch erst einmal von vorne …

Welche Maskenarten gibt es?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterscheidet auf ihrer Website www.infektionsschutz.de drei Arten von Masken.

Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) als Alltagsmaske

Ob selbstgenäht oder gekauft: Die Mund-Nasen-Bedeckung aus handelsüblichen Stoffen oder andere Materialien bremst den Tröpfchenflug beim Atmen oder Sprechen aus. Sie ist vor allem für den Alltag geeignet. Wer gerade keine Maske zur Hand hat, kann alternativ auf ein Tuch oder einen Schal ausweichen.

Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS)

Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken, sogenannte OP-Masken, müssen als Medizinprodukte vom Gesetzgeber her eine CE- sowie eine DIN-Zertifizierung haben. Sie kommen in Arztpraxen, in Kliniken und im Bereich der Pflege zum Einsatz. Dabei dienen sie in erster Linie dem Schutz des Gegenübers. In Drogerie- und Supermärkten werden inzwischen ähnliche, allerdings nicht zertifizierte Einmalmasken angeboten.

FFP-Masken (filtering face piece)

FFP-Masken als partikel-filtrierende Halbmasken werden überall dort genutzt, wo Menschen mit gesundheitsschädlichen Stoffen arbeiten. Sie halten auch Viren ab. FFP-Masken gibt es mit und ohne Ventil. Mit Ventil filtern sie nur die eingeatmete Luft und dienen dem Eigenschutz. Ohne Ventil filtern sie die ein- und die ausgeatmete Luft, sie schützen den Träger und andere.  Die Filterleistung der Masken wird unterteilt in FFP1, FFP2 und FFP3. Für die Behandlung von COVID-19-Patienten werden FFP2- und FFP3-Masken verwendet.

Maske im Sommer – das ist wichtig

Hohe Temperaturen im Sommer lassen uns schwitzen, auch unter der Maske wird’s warm und feucht. Das Atmen fällt uns schwerer. Und die Feuchtigkeit ist zudem ein willkommener Nährboden für Keime, Bakterien und Viren. Was tun? Dominic Dellweg, Arzt an der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg, empfiehlt: „Es ist wichtig, die Maske häufiger – etwa sechs Stunden nach dauerhafter Benutzung – zu reinigen und gut trocknen zu lassen.“

Die Maske jetzt einfach lockerer zu tragen, ist keine Lösung. Auch von luftigen Tüchern als Maskenersatz rät Mediziner Dominic Dellweg ab: „Masken aus leichteren Stoffen sind nicht empfehlenswert. Die Durchatembarkeit ist zwar besser, allerdings ist die Filterbarkeit gleichzeitig geringer.“

Bei gutem Schutz luftdurchlässig sind vor allem medizinische Einweg-Masken. Allerdings sollten diese in erster Linie dem Fachpersonal in Kliniken, Arztpraxen und im Bereich der Pflege sowie Patienten mit Atemwegserkrankungen vorbehalten sein.

Wer nicht zu diesen Gruppen gehört, dem empfiehlt Pneumologe Dominic Dellweg eine herkömmliche Alltagsmaske. Idealerweise sollte man im Sommer gleich mehrere zur Hand haben. Einmal verschwitzt, muss die Maske nämlich in die Wäsche. Welche Materialen bei Alltagsmasken in Sachen Filterleistung und Atmung auch bei Hitze gut abschneiden, haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz genauer betrachtet.

Verschiedene Maskenmaterialien im Test

Baumwolle, Biber, Jersey oder Mikrofaser, Kaffeefilter oder Staubsaugerbeutel aus Fließ? Welche Stoffe eigenen sich für eine Maske? Die Forscher vom Max-Planck-Institut haben untersucht, wie Masken aus verschiedenen Haushaltswaren Partikel und damit potenziell infektiöse Tröpfchen filtern können, auch im Vergleich zur sogenannten OP-Maske. Die gute Nachricht vorab: „Wir haben festgestellt, dass alle untersuchten Filtermaterialien vor allem große Partikeln von fünf Mikrometern und mehr sehr effizient abscheiden. Die Effizienz liegt meist bei 90 Prozent und darüber“, sagt Frank Drewnick, Leiter einer Forschungsgruppe in der Abteilung Partikelchemie.

Das kleine Virus kommt in großen Tröpfchen

Das Coronavirus ist etwa 100 Nanometer groß, wird beim Niesen, Husten oder Sprechen aber in größeren Tröpfchen transportiert. Die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut haben festgestellt, dass die von Ihnen untersuchten Stoffe einen Großteil dieser Tröpfchen abfangen können. Dabei waren Baumwoll- und Biberstoffe bei kleineren Partikeln, unter als 2,5 Mikrometern, effizienter als Mikrofasertücher. Sehr effizient waren neben OP-Masken auch Staubsaugerbeutel, wobei letztere Biozide enthalten können und sich daher nicht als Maskenstoff eignen.

Wie gut lässt es sich mit der Maske atmen?

Das Material einer Maske muss aber nicht nur Partikel auffangen können. Wichtig ist auch, wie gut der Träger dadurch atmen kann. Um das herauszufinden, haben die Forscher vom Max-Planck-Institut den Druckabfall der Luft beim Durchströmen durch das Material gemessen. Idealerweise ist der Druckabfall niedrig – und das bei gleichzeitig hoher Filterwirkung. Gut abgeschnitten haben in diesem Zusammenhang professionelle OP-Masken und im Do-it-yourself-Bereich eine Kombination aus Jersey und Biberstoff. Projektleiter Frank Drewnick gibt aber auch zu bedenken: „Unsere Daten machen keine Aussage darüber, wie gut eine Gesichtsmaske tatsächlich schützt. Sie helfen aber möglicherweise bei der Auswahl geeigneter Filtermaterialien für selbstgenähte.“

FAQ Maske tragen

Auch beim Tragen einer Maske sind einige Punkte zu beachten. Dann lässt sich das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus deutlich verringern. Antworten auf die häufigsten Fragen zum Masketragen gibt es hier:

Einweg-Masken gehören nach Gebrauch in den Abfall. Stoffmasken müssen nach jeder Verwendung in der Waschmaschine ab 60 Grad gewaschen werden.  Anschließend gut trocknen lassen. Denn bei Feuchtigkeit fühlen sich Pilze, Bakterien und Viren besonders wohl. Weil Masken gerade im Sommer beim Tragen schneller durchfeuchten, empfiehlt es sich, gleich mehrere Exemplare zur Hand zu haben.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät dazu, sich vor dem An- und Ablegen der Maske gründlich die Hände zu waschen, und zwar mit Seife für mindestens 20 Sekunden. Der Grund: Befinden sich Erreger an den Händen, können sie die Maske kontaminieren. Deshalb die Maske möglichst immer nur an den seitlichen Laschen oder Schnüren anfassen.

Die Maske sollte mit ihren Rändern möglichst eng über Kinn, Mund und Nase anliegen. So hält sie Tröpfchen beim Atmen und Sprechen besser ab.

Eure Masken solltet ihr möglichst luftdicht in einem Plastikbeutel mittragen, damit sich eventuelle Keime auf der Maske nicht unnötig verbreiten.

Brillenträger kennen das Problem: Kaum ist die Maske auf, schon ist die Brille beschlagen. Abhilfe schaffen kann eine Maske mit einem kleinen integrierten Drahtbügel. Damit liegt die Maske enger an, es dringt weniger Atemluft nach oben und die Brille beschlägt nicht mehr.

Wem das Gummiband der Maske an den Ohren drückt, kann dieses durch eine weichere Schnürung, beispielsweise aus Jersey-Garn, gewechselt werden.

Visiere sind meist bequemer. Sie geben den Blick auf Mimik frei und lassen ihren Träger freier atmen. Ideal für den Sommer – eigentlich. Das Robert-Koch-Institut warnt aber: „Durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung können gemäß Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden. Visiere dagegen könnten in der Regel maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen. Die Verwendung von Visieren kann daher nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung angesehen werden.“