Hygienemaßnahmen bei der Deutschen Bahn

Hygienemaßnahmen bei der Deutschen Bahn

Reinigungsoffensive in Coronazeiten

Als bundeseigenes und größtes Verkehrsunternehmen in Deutschland ist die Deutsche Bahn für eine Vielzahl von Stationen und Verkehrsmitteln verantwortlich. Tag für Tag also gibt es in Sachen Sauberkeit viel zu tun.  In Coronazeiten gilt das um so mehr. Die DB und ihre Töchter haben eine umfassende Reinigungsoffensive  gestartet. Hier ein Überblick zu den verschiedenen Hygienemaßnahmen im Fern- und Nahverkehr.  

„Wir tun alles dafür, dass unsere Kunden die Bahnhöfe mit einem guten Gefühl betreten können. Dafür haben wir eine maßgeschneiderte Reinigungsoffensive für unsere großen und kleinen Stationen gestartet. Bahnfahren ist und bleibt sicher“, erklärt DB Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Schon vor Corona hat die DB jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag für Hygiene und die Reinigung von Stationen und Fahrzeugen ausgegeben. Im Zuge der Pandemie legten die DB und ihre Tochter DB Regio noch einiges drauf und starteten eine umfangreiche Hygiene- und Reinigungsoffensive.

So sorgen die DB und DB Regio für saubere Züge und Bahnhöfe

Zusätzliches Reinigungspersonal und veränderte Reinigungspläne sorgen dafür, dass Züge und Bahnhöfe von DB und DB Regio rund um die Uhr sauber sind. Reisende sollen schließlich gerade in Zeiten von Corona sicher sein.

Deutschlandweit sind rund 4.000 Mitarbeitende bei der Deutschen Bahn für Ordnung, Sauberkeit und Hygiene verantwortlich. 600 davon sind Unterwegsreiniger – also Mitarbeiter, die während der Fahrt die Züge sauber machen. 1.400 Reinigungskräfte kümmern sich bei der DB allein um die Regionalverkehrszüge. Und auf den Bahnhöfen sorgen noch einmal rund 2.000 Mitarbeiter für Sauberkeit.

Im DB Fernverkehr reinigen Mitarbeiter die Züge bei der Bereitstellung in den Werken und alle zwei Stunden während der Fahrt. DB Regio-Züge werden im Durchschnitt drei Mal pro Tag gesäubert. Hoch frequentierte Linien mit vielen Reisenden unterliegen höheren Reinigungsintervallen.

Was die Reinigungseinheiten auf der Fahrt angeht, so stehen hier vor allem die typischen Kontaktflächen im Fokus, das heißt: Türdrücker, Griffe und Haltestangen. Solche Flächen werden nicht nur in den Zügen gereinigt, sondern auch an den Bahnhöfen – Handläufe sowie die Bediensysteme an Fahrkarten- und Snackautomaten inklusive.

Weitere Sicherheitsvorkehrungen der DB

Neben der Reinigung von Fahrzeugen und Bahnhöfen hat die DB weitere Maßnahmen getroffen, die zur Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeitenden dienen. Hierzu gehören:

  • Fahrkarten werden kontaktlos kontrolliert.
  • Alle Mitarbeiter an den Bahnhöfen, die Kontakt mit Reisenden haben, sind mit Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhen versorgt.
  • Mitarbeiter im Nah- und Fernverkehr tragen alle eine Mund-Nase-Bedeckung.
  • Alle DB Informationen und DB Reisezentren mit offenen Schaltern sind mit Plexiglasscheiben ausgestattet.
  • Vor den DB Informationen, in den Reisezentren und vor vielen Geschäften in den Bahnhöfen gibt es Mindestabstandsmarkierungen.
  • Auf 20 Bahnhöfen sind Waschgelegenheiten zugänglich, die vor den Bezahlschranken zu den Toilettenanlagen liegen. Üblicherweise gibt es diese Anlagen an großen Bahnhöfen.
  • Wo es technisch möglich ist, öffnen und schließen die Türen der Regio-Züge und S-Bahnen automatisch.
  • Wegleitsysteme und Abstandsempfehlungen an Bahnhöfen sorgen dafür, dass sich Fahrgäste nicht in die Quere kommen.
  • Die DB informiert mit über 50.000 Plakaten und Hinweisen an Monitoren und Anzeigentafeln in den Bahnhöfen, wie ihre Kunden sich selber bestmöglich schützen können. Ansagen unterstützen die Information der Reisenden.
  • An 180 Bahnhöfen und 150 Service Stores gibt es künftig kostenlos Desinfektionsmittel in Spendern.
  • DB-Präventionsteams sensibilisieren die Fahrgäste für das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung.
  • Reisende ohne Maske erhalten von den DB-Mitarbeitern kostenlose Einweg-Modelle.

 

Innovative Maßnahmen bei DB Regio

Neben herkömmlichen Reinigungsmaßnahmen probieren sich die deutschen Verkehrsunternehmen derzeit auch an der Einführung innovativer Möglichkeiten, um Flächen langfristig keimfrei zu halten, so auch die DB Regio.

In einem Pilotprojekt testet das Unternehmen eine antimikrobielle und antivirale Oberflächenbeschichtung in ihren Fahrzeugen. Eingesetzt wird die die Beschichtung Titano, entwickelt von der Kölner Firma UVIS. Entsprechend beschichtete Busse verkehren nordrhein-westfälischen Dormagen, Düsseldorf, Wesel, Velbert, Kerpen, Simmerath sowie in der Region Rhein-Erft.

Über ein Elektrospray-Verfahren wird die Suspension in der gesamten Innenausstattung der Busse aufgebracht, mit besonderem Augenmerk auf Flächen, die von Fahrgästen und Mitarbeitenden im Bus berührt werden, zum Beispiel Lenkrad, Sitze, Halteschlaufen, Stoppschalter und Haltestangen. Bedenken hinsichtlich Gesundheitsschäden bestehen nicht – der Wirkstoff ist frei von Lösungsmitteln und somit ungefährlich für die Haut.

Titano wirkt antibakteriell und antiviral, das heißt, die Beschichtung wirkt aktiv gegen Hefepilze, Schimmel, Bakterien und Viren wie das Noro- und das Coronavirus. Es erreicht eine Keimreduktion von über 90 Prozent. Das Mittel ist eine ideale Ergänzung, um eine dauerhafte Oberflächenhygiene zu gewährleisten. Das bietet mehr Sicherheit für Fahrgäste und Fahrpersonal – auch zwischen den Reinigungsintervallen.

DB Mitarbeiter trägt Oberflächenbeschichtung Titano in Bus-Kontaktflächen auf.
DB Mitarbeiter trägt Oberflächenbeschichtung Titano in Bus-Kontaktflächen auf. © Deutsche Bahn AG

DB: Rolltreppen-Reinigung per UV-Licht

Eine weitere innovative Technologie im Test bei der DB ist die Desinfektion via UV-C-Licht. Diese kommt an ausgewählten Bahnhöfen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf und Dresden auf Aufzugknöpfen und Rolltreppenhandläufen zum Einsatz und sorgt dafür, dass Keime mit hoher Wirksamkeit bekämpft werden. Die Methode soll bis zu 99 Prozent aller Bakterien und Viren sicher abtöten.

Rolltreppenhandlauf wird via UV-C-Licht desinfiziert.
Rolltreppenhandlauf wird via UV-C-Licht desinfiziert. © Deutsche Bahn AG / Stefan Wildhirt

Die DB appelliert an Rücksichtnahme der Fahrgäste

Für tadellose Sicherheits- und Hygienestandards zu sorgen ist das eine, das andere liegt in der Hand der Fahrgäste. Die DB appelliert an diese, sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts sowie des Infektionsschutzgesetzes zu halten.

Berthold Huber, DB-Vorstand für den Personenverkehr, betont notwendige Solidarität hinsichtlich der Hygieneregeln: „Vor dem Corona-Virus können wir uns nur gemeinsam schützen. Wir reinigen unsere Züge und Bahnhöfe mehr als je zuvor. Bahnfahren ist sicher. Gleichzeitig bitten wir unsere Fahrgäste um ihre Mithilfe. Wenn sich alle an Hygiene- und Maskenregeln halten, kommen alle gesund und sicher ans Ziel.“

DB begrüßt konsequente Strafen gegen Maskenverweigerer

Eigenverantwortung und die Rücksichtnahme der Fahrgäste sind jetzt gefragt. Genau aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Bahn auch das Vorgehen der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, Maskenverweigerer mit empfindlichen Bußgeldern zu bestrafen.

„Wir sind uns mit der Politik einig, dass wir konsequent gegen die kleine Minderheit vorgehen müssen, die sich weigert, Masken in Bussen und Bahnen zu tragen und damit die überwiegende Mehrheit derjenigen, die Masken tragen, gefährdet“, so DB-Vorstand Berthold Huber weiter. „Bußgelder sind bei Unbelehrbaren der richtige Weg. Der große Vorteil: Sie greifen einheitlich in allen Bussen, Bahnen und Bahnhöfen – bei der DB und den vielen anderen Verkehrsunternehmen in Deutschland.“